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Augmented Reality in der Ofenbranche

Augmented Reality im Ofenbau

Ein Kaminofen oder Schwedenofen spendet nicht nur wohlige Wärme, sondern wertet die damit ausgestatteten Räumlichkeiten auch ästhetisch auf. Bei der Auswahl des passenden Modells spielen folglich nicht nur technische, sondern auch raumgestalterische Kriterien eine Rolle. Augmented Reality kann dabei helfen, die für das eigene Zuhause optimale Ofenvariante auszuwählen.

Bestehende und zukünftige Auswirkungen auf die Ofenbranche

Augmented Reality spielt in vielen Lebensbereichen eine Rolle. Wer sich ein Fußballspiel im Fernsehen anschaut, sieht nicht nur das reale Spiel, sondern bekommt Entfernungen und Spielverläufe auch in Form virtueller Projektionen eingeblendet. Filme wie „Der Herr der Ringe“ oder die Fantasy-Serie „Game of Thrones“ beruhen zum großen Teil auf digital erzeugten Welten.

 

Auch der aktuelle Hype um das Smartphone-Spiel „Pokémon Go“ hat mit Augmented Reality zu tun. Die „Pokémon Go“ App verknüpft Realität und Virtualität auf in der Spielebranche bisher einzigartige Art und Weise. Natürlich kommen digitale Erweiterungen der Realität auch bei Konstruktions- und Produktsimulationen zum Tragen.

 

Auch Käufer eines Kamin- oder Schwedenofens können von Augmented Reality in hohem Maße profitieren. Entsprechende digitale Anwendungen ermöglichen, die räumliche Wirkung der Feuerstätte bereits vor dem Kauf exakt und sehr detailliert zu planen.

Was ist Augmented Reality?

Der Begriff „Augmented Reality“ beschreibt die Erweiterung der Realität auf digitalem Wege.
Er wurde 1990 durch den Boeing-Forschungsingenieur Tom Caudell in die Debatte eingeführt. Caudell beschrieb damit die Funktionsweise eines digitalen Displays, das Flugzeugbauern einen komplexen Einblick in die geplante Elektrik der Maschine liefern konnte.

 

Augmented Reality ist in der Lage, durch die Überlagerung von realer und virtueller Realität alle Sinne anzusprechen. In der Praxis geht es jedoch bisher um grafische Erweiterungen der realen Welt. Entsprechende Anwendungen setzten reale und virtuelle Objekte dreidimensional zueinander in Bezug. Sie ermöglichen damit eine nahtlose Erweiterung der menschlichen Wahrnehmung durch digitale Projektionen und unterstützen Echtzeit-Interaktionen auch im virtuellen Raum.

Vielfältige Anwendungsbereiche für Augmented Reality

Die Anwendungsbereiche von Augmented Reality sind inzwischen sehr vielfältig geworden. Einmal abgesehen von der Spiele- und Unterhaltungsindustrie sind die virtuellen Erweiterungen der Realität auch aus vielen anderen Arbeitsfeldern nicht mehr wegzudenken.

 

Chirurgen haben hierdurch die Möglichkeit, einen operativen Eingriff bereits vorab detailliert zu planen und damit verbundene Risiken abzuschätzen. Sowohl vor als auch während einer Operation ermöglicht Augmented Reality einen Einblick in Bereiche, die auf natürlichem Wege durch den Operateur nicht eingesehen werden können.

 

Ingenieure und Monteure sind durch Augmented Reality in der Lage, Planungsdaten mit realen Konstruktionsanforderungen und Räumlichkeiten zu verknüpfen. Navigationssysteme blenden ihren Nutzern nicht nur die reale Route, sondern auch virtuelle Navigationshinweise ein.

 

Professionelle Augmented-Reality-Anwendungen waren über lange Zeit Experten vorbehalten.
Zu einem „Werkzeug für den Alltag“ wurden sie erst durch Smartphones, Tablets und das mobile Internet. Durch mobile Apps sind Augmented-Reality-Anwendungen heute sehr flexibel nutzbar. Private Verbraucher können mit Hilfe der digitalen Projektionen ihre Kaufentscheidungen umfassend vorbereiten. Unternehmen erhalten durch die Apps die Möglichkeit, mit ihren Kunden in einen interaktiven Dialog zu treten.

Augmented Reality in der Ofenbranche?

Von diesem Trend profitieren vor allem Firmen, die hochwertige, langlebige Konsumgüter herstellen und vertreiben. Die Ofenbranche gehört definitiv dazu. Augmented Reality im Kundenservice spielt heute für die Produzenten von Kaminöfen, Schwedenöfen und anderen Heizanlagen in immer größerem Umfang eine Rolle.

 

Auch einige Verkaufsorganisationen – beispielsweise OBI – habe eine entsprechende App im Angebot, um ihren Kunden die Kaufentscheidung zu erleichtern. Kaminöfen und Schwedenöfen sind in der Branche der hauptsächliche Anwendungsbereich für diese Apps, da bei ihrem Einbau nicht nur funktionale, sondern auch raumgestalterische Aspekte besonders wichtig sind.

Apps für die digitale Raumgestaltung mit Kaminöfen und Schwedenöfen

Kaminöfen und Schwedenöfen werden vorwiegend als Standardmodelle angeboten, deren Vielfalt im Handel allerdings beachtlich ist. Ihren künftigen Verwendern sind nicht nur die technischen Eigenschaften der Geräte, sondern auch ihr Design und damit ihre ästhetische Wirkung in den jeweiligen Räumlichkeiten wichtig.

 

An dieser Stelle setzen die kundenbezogenen Augmented-Reality-Apps in der Ofenbranche an. Wer einen Kaminofen oder Schwedenofen kauft, wird mit den Anwendungen zum digitalen Raumgestalter.

Die „Oranier App“ – ein Beispiel für die die virtuelle Ofenplanung

Mobile Apps für die Ofenbranche mit Augmented-Reality-Funktionen beruhen auf einem weitgehend identischen Prinzip. Als Beispiel erläutern wir hier die „Ofen-App“ der Oranier Gruppe etwas näher.

 

Die Oranier Gruppe ist ein deutsches Traditionsunternehmen, dessen Geschichte bereits im Jahr 1607 begann. Heute besteht es aus zwei eigenständigen Gesellschaften, die moderne Heiztechnik und Haushaltsgeräte produzieren. Zum Portfolio der Oranier Heiztechnik GmbH gehören unter anderem Kaminöfen, Schwedenöfen sowie Gasheizgeräte. Seine Produkte vertreibt das Unternehmen über ein bundesweites Netzwerk aus Fachhändlern und Fachbetrieben.

Quelle: itunes

Quelle: itunes

Im europäischen Ausland ist Oranier mit seinen Angeboten inzwischen ebenfalls präsent.

Die „3 D-App“ von Oranier kann im Playstore oder AppStore heruntergeladen werden.

 

Durch die App erhalten die Nutzer Zugriff auf den Oranier Ofenkatalog. Im nächsten Schritt werden die ausgewählten Modelle auf virtuellem Wege in die Räumlichkeiten der potentiellen Kunden eingefügt. Diese erhalten hiermit ein realistisches und sehr exaktes Bild davon, wie ein bestimmter Kaminofen oder Schwedenofen später in ihrer Wohnung wirkt. Für die Simulationen verknüpft die Augmented-Reality-Funktion der App virtuelle Daten mit der realen Geometrie der Räume.

 

Um die Simulation in Gang zu setzen, ist neben der mobilen App ein sogenannter „Marker“ nötig, der von der Oranier Webseite heruntergeladen und später oder direkt aus der Seite ausgedruckt werden kann.

 

Der Ausdruck der PDF-Datei im DIN-A4-Format wird am geplanten Ofenstandort im realen Raum platziert – entweder auf dem Fußboden oder in etwa 1,20 Metern Höhe an der Wand, die für die Aufstellung des Ofens vorgesehen ist.

 

Über die Suchfunktion der App wählt der Verwender danach das gewünschte Modell seines Kaminofens oder Schwedenofens aus dem digitalen Oranier-Katalog. Mit dessen Bild kann er nun experimentieren, bis er die optimale (äußerliche) Konfiguration seines Kamins gefunden hat.

 

Die ausgewählten Modelle können in einer 360-Grad-Perspektive betrachtet werden, außerdem werden sie in die Architektur des Raumes eingefügt. Auch die optischen Wirkungen der jeweiligen Farbauswahl, des Rauchabzugs oder einer Bodenplatte lassen sich auf virtuellem Weg erkennen und so lange korrigieren, bis das Ergebnis den Vorstellungen des Kunden exakt entspricht.

 

Die Teilschritte der Ofenplanung mit der Oranier App können per Screenshot dokumentiert und direkt aus der App per E-Mail versendet werden. Kunden können ihre Planungsergebnisse auf diese Weise mit Verwandten, Freunden oder auch Experten teilen. Auch die Bestellung für den Wunschkamin kann schließlich auf diesem Weg versendet werden.

Weitere Augmented-Reality-Apps in der Ofenbranche

Vergleichbare Anwendungen haben neben Oranier und Obi auch andere Ofenhersteller/Ofenverkäufer auf den Markt gebracht.

 

Auch mit der App des deutschen Ofenherstellers Leda lässt sich ein Kaminofen oder Schwedenofen aus dem Katalog des Unternehmens fotorealistisch visualisieren und individuell konfigurieren. Sie bietet grundsätzlich die gleichen Funktionen wie die Oranier App und ist für Android und IOS Endgeräte geeignet (Link Android / IOS). Es wird ebenfalls eine Marker für die Ofenplatzierung benötigt (Link Marker Leda).

 

Einen Schritt weiter geht De Dietrich – der französische Hersteller von Kaminöfen und Schwedenöfen ist mit seinen Produkten allerdings bisher nicht auf dem deutschen Markt, sondern nur in Frankreich und Luxemburg präsent. Die Augmented-Reality-App von De Dietrich (Link Android / IOS) ermöglicht nicht nur eine digitale Produktauswahl und virtuelle räumliche Visualisierungen des gewünschten Ofens, sondern auch Berechnungen des Energieverbrauchs und die Angabe entsprechender Konfigurationen bei der Bestellung der Feuerstätten.

 

Außerdem enthält diese App Angaben zu den Fachpartnern des Unternehmens. De Dietrich Kunden können in der App für ihre Bestellung somit auch einen Fachhändler oder Fachbetrieb in der Nähe ihres Wohnorts kontaktieren.

Unser Fazit und Ausblick

Augmented Reality wird in der Ofenbranchen künftig einen höheren Stellenwert gewinnen.

 

Käufer eines Kaminofens oder Schwedenofens wünschen sich einen stark individualisierten Service – schließlich soll der Ofen langfristig zu ihren Designvorstellungen und ihren Räumlichkeiten passen.

 

Für die Ofenhersteller ebenso wie für Vertriebsorganisationen und Fachbetriebe eröffnet Augmented Reality zahlreiche neue Dialog- und Servicemöglichkeiten. Wie das Beispiel De Dietrich in Frankreich zeigt, sind die Möglichkeiten der digitalen Technologien hier noch längst nicht ausgeschöpft – und auch dieser Hersteller steht mit seinem Angebot im Hinblick auf das perspektivische Potenzial von Augmented Reality in der Ofenbranche noch ganz am Anfang.

 

Industrie 4.0 bzw. das Internet der Dinge – die der Tendenz nach autonome, stark individualisierte und digital gesteuerte Produktion von Massengütern – werden sich mittelfristig auch in der Ofenbranche etablieren. Vor diesem Hintergrund sind in der Kombination mit Augmented Reality weitaus komplexere Kommunikations- und Konfigurationsszenarien denkbar.

 

Möglicherweise wählen Kunden in einigen Jahren ihren Ofen nicht mehr aus dem Katalog, sondern entwerfen ihn auf der Grundlage von Visualisierungen und Leistungskonfigurationen zumindest in groben Zügen selbst, der Fachbetrieb überprüft – sehr wahrscheinlich ebenfalls auf digitalem Weg – die technische Realisierbarkeit der Ofenprojekte seiner Kunden.

 

Danach werden die endgültigen Produktionsdaten an die Fertigungssysteme des Herstellers übermittelt. Das Resultat besteht in einem hochwertigen Industrieprodukt mit komplettem Unikatscharakter. Die Produktion von Kaminöfen, Schwedenöfen und anderen Heizgeräten könnte zumindest theoretisch bereits in wenigen Jahren in diese Richtung gehen – die technischen Grundlagen dafür sind bereits jetzt vorhanden.

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