Allgemein

Die verschiedenen Ofentypen – eine kleine Lernstunde – Teil 1

brennender Kaminofen

Kachelöfen sind eine klassische und traditionelle Art, zum heizen. Inzwischen erfreuen sie sich wieder wachsender Beliebtheit. In unserem Blogartikel stellen wir verschiedene Kachelofentypen vor. Im Einzelnen geht es um den Warmluft-Kachelofen, den Grundkachelofen sowie den Kombi-Kachelofen, der die Vorteile eines Warmluft- und eines Grundkachelofens miteinander kombiniert.

Ein Kachelofen kann mit Scheitholz, je nach Ausführung aber auch mit anderen Brennstoffen befeuert werden. In ihrem Inneren wird heute modernste und hocheffiziente Heizungstechnik installiert, die nicht nur für einen hohen Wirkungsgrad, sondern auch für schadstoffarmes und umweltschonendes Heizen sorgt. In der Praxis lassen sich mit Kachelöfen und moderner Technik zahlreiche individuelle Lösungen realisieren. Das Spektrum reicht vom traditionellen Kachelofen als Einzelraumheizung bis zu sogenannten Hybridsystemen, die als Heizungs- und Brauchwassersystem des Hauses dienen.

Kleine Wärmekunde: Konvektionswärme oder Strahlungswärme

Öfen entfalten ihre Heizwirkung auf unterschiedliche Art und Weise – grundsätzlich können sie danach unterschieden werden, ob sie nach dem Konvektionsprinzip arbeiten oder Strahlungswärme liefern.

 

Konvektionswärme bedeutet, dass die Wärmeenergie durch die Luft von einem Ort zum anderen transportiert wird. Die Raumluft wird somit zum Wärmeträger. Beispielsweise funktionieren konventionelle Heizkörper nach dem Konvektionsprinzip. Von einem Warmluftkachelofen wird die Raumluft angesaugt, im Inneren des Ofens aufgeheizt und danach wieder nach außen abgegeben.
Ein wichtiger Vorteil von Konvektionswärme besteht darin, dass sie schnell verfügbar ist. Allerdings kühlt ein so beheizter Raum auch sehr schnell aus, wenn seine Wärmequelle ausfällt oder die warme Luft durch geöffnete Fenster oder Türen abzieht. Zudem kann es durch unterschiedlich warme Luftschichten zu einer ungleichen Wärmeverteilung sowie zu Staubaufwirbelungen kommen. In sehr dicht möblierten Räumen ist Konvektionswärme dagegen im Vergleich zu Strahlungswärme oft die bessere Lösung, da sich letztere hier nicht ungehindert verbreiten kann.

 

Ein Speicherofen erzeugt durch seine Konstruktion und seine Materialien dagegen vor allem Strahlungswärme. Diese besteht aus langwelliger Wärmestrahlung, die von Gegenständen und auch dem menschlichen Körper absorbiert wird. Ein solcher Ofen arbeitet somit nach dem Prinzip der Sonnenstrahlung. Durch verschiedene Studien wurde nachgewiesen, dass Strahlungswärme eine besonders wohltuende, stärkende und entspannende Wirkung auf den Organismus hat. Zudem ermöglicht sie eine sehr energieeffiziente Art des Heizens.

 

Ob ein Kachelofen vorwiegend auf der Basis von Konvektion oder mit Strahlungswärme heizt, hängt davon ab, um welchen Ofentypen es sich dabei handelt. Ein Anteil von Strahlungswärme ist dabei jedoch stets gegeben, so dass diese Öfen ein sehr angenehmes Raumklima erzeugen.

 

Der Warmluftkachelofen – optimal für schnelle Wärme

Ein Warmluftkachelofen gibt seine Wärme sehr schnell an die Umgebung ab, da er vorwiegend die Raumluft als Wärmeträger nutzt. Die Heizleistung eines Warmluftkachelofens beruht zu rund 70 Prozent auf Konvektion. Der Rest der durch ihn erzeugten Wärmeenergie wird als Speicherwärme über die Sichtfenster und die Kachelflächen abgegeben.

 

Der Warmluftkachelofen besteht aus der Kachelverkleidung und einem Hohlraum, in dem sich ein gusseiserner Heizeinsatz und ein Nachheizkasten befinden. Der Heizeinsatz dient als Feuerraum des Ofens, seine Tür schließt mit der Kachelfläche ab. Unter dem Heizeinsatz befinden sich kleine Öffnungen, durch die die Raumluft in das Innere des Ofens gelangt. Erwärmt wird die Luft im Ofenhohlraum durch die Wärmeabstrahlung aus dem Feuerraum, vor allem aber durch die heißen Rauchgase, die während des Verbrennungsprozesses entstehen. Diese sogenannten Heizgase werden nicht direkt in den Schornstein, sondern zunächst in den Nachheizkasten geleitet, dessen metallische Oberfläche sich hierdurch erhitzt und ebenfalls Wärmeenergie an die Luft im Ofen abgibt. Bei einigen Warmluftkachelöfen wird dieser Effekt nicht durch einen Nachheizkasten, sondern durch eine keramische Nachheizfläche hinter dem Heizeinsatz erzielt. Keramik ist ein Material, das über hervorragende Wärmespeicherfähigkeiten verfügt und die gespeicherte Wärme über einen längeren Zeitraum sehr gleichmäßig an die Umgebung abstrahlt. Hierdurch erhöht sich der Anteil an Speicherwärme, den ein solcher Ofen abgibt. Zurück in den Raum gelangt die erwärmte Luft über Warmluftgitter in den oberen Ofenkacheln. Die Wärmeabgabe des Ofens ist regelbar.

 

Der Heizeffekt eines Warmluftkachelofens setzt bereits nach etwa zehn Minuten ein. Allerdings müssen sich die Verwender dieses Ofens darauf einstellen, fortlaufend Brennstoff nachzulegen. Ein Warmluftkachelofen ist eine preiswerte und baulich wenig aufwändige Heizungslösung, da sich in seinem Inneren nur der Heizeinsatz sowie der Nachheizkasten befinden. Er eignet sich für den Einsatz in beliebigen Räumlichkeiten. Über Warmluftkanäle ist es möglich, mit einem Warmluftkachelofen mehrere Räume zu beheizen, die auch auf unterschiedlichen Etagen liegen können.

 

Der Grund-Kachelofen – langanhaltende Speicherwärme

Der Grund-Kachelofen ist die klassische und ursprüngliche Variante eines Kachelofens. Er ist ein Speicherofen, dessen Wirkungsgrad heute mindestens 80 Prozent beträgt. Nach dem Anheizen dauert es ein bis zwei Stunden, bis ein Grund-Kachelofen behagliche Wärme spendet – der Fachmann sagt, dass sich der Ofen in dieser Zeit mit Wärme auflädt. Die Speicherwärme eines Grund-Kachelofens wird danach sanft und gleichmäßig über etwa zwölf Stunden in den Raum gestrahlt. Aufgrund ihrer Konstruktion sind Grund-Kachelöfen der Ofentyp mit dem höchsten Anteil an Strahlungswärme. Je größer der Ofen dimensioniert ist, desto größer ist seine Speicherkapazität – hierdurch verlängert sich allerdings auf die erforderliche Aufheizzeit.

 

Der Feuerraum eines Grund-Kachelofens besteht aus Schamottesteinen. Die Heizgase ziehen durch ein ausgeklügeltes System von Zügen ab, die ebenfalls aus Schamotte gemauert werden. Schamotte ist ein spezielles Material aus Ton, das über eine sehr hohe Wärmespeicherfähigkeit verfügt. Zwar wird die Wärmeenergie der Heizgase durch die Schamottesteine nur langsam und gegenüber dem Abbrandprozess zeitverzögert aufgenommen, was jedoch einen sehr nachhaltigen Heizeffekt erzeugt. Zur Wärmespeicherung und damit zu einer, langandauernden Wärmeabgabe trägt auch der Ofenmantel bei, der aus Keramikkacheln oder Ofenputz besteht.

 

Befeuert werden muss ein Grund-Kachelofen nur einmal täglich bzw. in Zwölf-Stunden-Intervallen. Durch seinen hohen Wirkungsgrad und die externe Luftzufuhr ist er auch für Niedrigenergie- oder Passivhäuser optimal geeignet. Der Ofenbauer stimmt die Ausführung des Kachelofens auf den Heizbedarf und den Energietyp des Gebäudes ab. Auch das Beheizen mehrerer Räume mit einem Grund-Kachelofen ist kein Problem. Gegebenenfalls wird er hierfür durch die Wand gebaut. Ein Grund-Kachelofen eignet sich als Dauerheizung. Er erfordert lediglich minimalen Bedienungsaufwand.

 

Kachelherde – der Grund-Kachelofen für Genießer

In früheren Jahrhunderten war ein Kachelherd das Herzstück so gut wie jeder Küche. In den letzten Jahren haben auch sie eine Renaissance erlebt – vor allem Kochprofis wissen ihre Vorzüge bei der Speisenzubereitung zu schätzen. Ein Kachelherd entspricht in seiner Ausstattung einem Grund-Kachelofen mit keramischen Heizgaszügen, dessen Feuerraum sich direkt unter der Herdplatte befindet.

 

Als sogenannter Durchheizherd kann er mit seiner langwelligen Speicherwärmestrahlung sowohl die Küche als auch die angrenzenden Räumlichkeiten heizen. In eine moderne Küche lassen sich Kachelherde in sehr vielseitiger Form als Teil einer Küchenzeile oder als freistehende Insellösungen integrieren. Durch den Anschluss an einen Wärmetauscher und einen Pufferspeicher kann ein Kachelherd außerdem die Warmwasserversorgung des Hauses unterstützen.

 

Der Kombi-Kachelofen – ein flexibler Wärmespender

Ein Kombi-Kachelofen verbindet das Beste aus zwei verschiedenen Welten, indem er die Vorteile eines Warmluftkachelofens und eines Grund-Kachelofens miteinander kombiniert. Ein solcher Ofen erwärmt die mit ihm beheizten Räumlichkeiten also schnell, da er die Raumluft aufheizt und damit schon wenige Minuten nach dem Anheizen für behagliche Wärme sorgt. Gleichzeitig verfügt er durch seine gemauerten keramischen Heizgaszüge und die integrierte keramische Nachheizfläche ebenso wie ein Grund-Kachelofen über hohe Wärmespeicherfähigkeit. Der integrierte Warmluftkachelofen heizt zu 70 Prozent mit Konvektionswärme, jedoch werden 60 Prozent der Heizenergie eines Kombi-Kachelofens zeitversetzt als angenehme, sanfte Strahlungswärme abgegeben.

 

Für moderne Kombi-Kachelöfen gibt es eine Vielzahl von Heizeinsätzen, die sich für verschiedene Brennstoffe – Scheitholz, Holzpellets, Braun- und Steinkohlebriketts, aber auch Heizöl oder Erdgas – eignen. Sie ermöglichen hohen Bedienkomfort und effizientes, schadstoffarmes Heizen. Durch seine hohe Heizleistung ist ein Kombi-Kachelofen für das Beheizen mehrerer Räume oder eines ganzen Hauses optimal geeignet. Auch die Kombination mit Pufferspeichern und Wärmetauschern sowie einer Solaranlage ist problemlos möglich.

 

Kachelöfen als universelle Wärmequelle für das ganze Haus

Mit einer entsprechenden Ausstattung und Konfiguration können Kachelöfen zur universellen Wärmequelle für ein komplettes Gebäude werden. Mit einem Warmwasseraufsatz und einem integrierten Wärmetauscher ist ein Kachelofen in der Lage, Brauchwasser für Bad und Küche sowie das Heizungswasser für eine Zentralheizung oder Fußbodenheizung zu erwärmen. Hierfür wird der Ofen außerdem mit einem Pufferspeicher gekoppelt. In der warmen Jahreszeit erfolgt die Warmwasserbereitung mit Hilfe von Elektroenergie – entweder durch Netzstrom oder eine Solaranlage auf dem Dach des Hauses. Durch die Wärmespeicherung ist der Brennstoffbedarf für einen solchen Ofen nur wenig höher als für einen Kachelofen, der ausschließlich zum Heizen dient. Ein Kombi- oder Grund-Kachelofen sind für die Implementierung eines solchen Systems besonders gut geeignet. Dagegen kann ein reiner Warmluftkachelofen die Basis für eine Warmluft-Zentralheizung des Gebäudes bilden. Auch mit einem solchen Ofen ist eine Warmwasserbereitung grundsätzlich möglich.

 

Fazit:

 

Kachelöfen heizen energieeffizient und schadstoffarm. Je nach Ofentyp steht dabei das Erzeugen von Konvektions- oder Strahlungswärme im Vordergrund. Wärmespeicherkomponenten und damit Strahlungswärme spielen jedoch bei allen Kachelofen-Varianten eine Rolle, so dass sie ein sehr angenehmes Raumklima bewirken. Je nach Bauweise, Ausstattung und Konfiguration können Kachelöfen einen oder mehrere Räume beheizen. Entsprechend aufgerüstet und mit moderner Steuer- und Regelungstechnik versehen, werden sie zum Herzstück des kompletten Heizsystems und der Warmwasserbereitung des Gebäudes.

Ähnliche Beiträge

Einen Kommentar hinterlassen

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Enter the text from the image below