Kamine

Holz selber machen – darf ich einfach die Motorsäge anwerfen?

Holzzerkleinerung mit Motorsäge

Besitzer eines Kaminofens wissen: Holz muss nicht zwangsläufig gekauft werden. Es lässt sich auch selbst schlagen. Dies gelingt am einfachsten mit einer hochwertigen Motorsäge. Wer sich für diese Methode des Holzzerteilens interessiert, denkt aber meist nicht darüber nach, ob wirklich jeder einfach eine Motorsäge kaufen und benutzen darf. Rauchzeichen klärt Sie auf und gibt Ihnen Wissenswertes über motorisierte Sägen mit an die Hand.

Warum ist eine Motorsäge für Besitzer von Kaminöfen hilfreich?

Wer sich sein Holz für den Kaminofen selbst zurechtschlagen möchte, der benötigt eine Säge. Mit einer Motorsäge fällt diese Arbeit erheblich leichter als mit einer Handsäge. Die aufzubringende Kraft ist um einiges geringer, da die Kettensäge die eigentliche Arbeit übernimmt. Dies spart Zeit. Wer sein Holz nicht kauft, sondern mit einer Motorsäge zerkleinert, der schont zudem den Geldbeutel. Hilfreich sind Motorsägen somit auf verschiedenen Ebenen.

Welche Arten von Motorsägen gibt es?

Fällt die grundsätzliche Entscheidung, sich eine Motorsäge zuzulegen, ist der erste Schritt zu einem leichteren Zerkleinern des Holzes getan. Offen ist dann allerdings noch immer die Frage, welche Art es denn genau sein soll. Schließlich existieren zahlreiche Modelle mit unterschiedlichen Antrieben. Recht verbreitet und wohl auch am bekanntesten sind die Benzin-Motorsäge und die Elektro-Motorsäge.

Die mit Benzin betriebenen Kettensägen sind vergleichsweise schwer und eher für gröbere Tätigkeiten geeignet. Das Fällen eines Baumes gehört unter anderem dazu. Die elektrischen Sägen wiegen weniger und sind für den Einsatz im Garten geradezu prädestiniert. Denn dadurch lassen sie sich problemlos von einer Person bedienen. Allerdings bietet der Markt noch jene Modelle, die hydraulisch oder pneumatisch betrieben werden.

Zwar existieren noch ganz besondere Bauformen. Diese finden aber für andere Zwecke Verwendung und sind für Otto Normalholzzerteiler uninteressant. Welche Motorsägen-Art für Ihre Bedürfnisse passt, gilt es allerdings erst herauszufinden.

Was ist beim Kauf einer Motorsäge zu beachten?

Insbesondere diejenigen, die sich zum ersten Mal in ihrem Leben eine Motorsäge zulegen möchten, sollten den Kauf in einem Fachgeschäft bevorzugen und das Internet zumindest dieses Mal außen vor lassen. Denn eine detaillierte und fachmännische Beratung ist das A und O, um die richtige Säge zu finden.

In diesem Zusammenhang kann auch das Thema Garantie bedeutsam werden. Nicht nur die gesamte Abwicklung eines Garantiefalls, sondern auch die Beschaffung passender Ersatzteile lässt sich vor Ort mit einem qualifizierten Ansprechpartner besser abwickeln. Die Leistungsfähigkeit einer Motorsäge stellt selbstverständlich ein weiteres wichtiges Kriterium beim Kauf dar. So sollten

 

  • die Sägeblatt-Länge sowie
  • die Wattzahl

für das Zerkleinern von Holz geeignet sein. Dieses Vorhaben mit einem leistungsschwachen Gerät anzugehen, wäre nicht sinnvoll. Hier kann Ihnen eine professionelle Beratung helfen. Im Rahmen jener werden Sie zudem schnell merken, dass Ihre Wahl auf eine der profilierten Top-Marken hinauslaufen wird.

Hersteller, die ihre Zuverlässigkeit und erstklassige Qualität der Geräte in der Vergangenheit bereits nachweisen konnten, machen vieles einfacher. Zwar sind die Kettensägen entsprechender Hersteller etwas teurer. Dafür profitieren Verbraucher in der Regel von einer längeren Lebensdauer der Geräte.

Eine hochwertige Verarbeitung der Materialien bei Motorsägen ist deshalb so wichtig, weil es sich bei den Sägen um Verschleissgeräte handelt, wie nicht zuletzt das Kettenblatt beweist. Am Nachschleifen kommt niemand vorbei, doch fällt dies bei Markenprodukten im Vergleich seltener an.

Welche Sicherheitsmaßnahmen sollten bei der Benutzung ergriffen werden?

Kaum ein Gerät sollte derart konzentriert benutzt werden wie eine Motorsäge. Schließlich kann bereits die kleinste Unaufmerksamkeit schlimme Folgen haben. Um es gar nicht erst so weit kommen zu lassen, steht das ausführliche Lesen des Merkblatts beziehungsweise der Bedienungsanleitung an erster Stelle. Nur wer seine Säge wie im Schlaf bedienen kann und die Funktionsweise komplett versteht, sollte sie in die Hand nehmen.

Schutzkleidung ist ein weiterer wichtiger Aspekt, dessen Verzicht böse Folgen haben kann. Der Schutz fängt bereits im Gesicht an und sollte nicht bei den Augen Halt machen. Neben einer Splitter fernhaltenden Schutzbrille gilt es auch, die Ohren zu schützen. Entsprechende Kapseln sind im Handel erhältlich. Natürlich stehen vor allem die Hände im Fokus, denn sie halten die Motorsäge. Chromleder-Handschuhe stellen eine Möglichkeit der Sicherheit dar. Schließlich rücken auch die Beine und Füße in den Blickpunkt, so dass entsprechende Hosen und Schuhe inklusive Schutzkappen unverzichtbar sind.

Ein No-Go sind ganz generell lose hängende Kleidungsstücke und Accessoires, da jene sich nur allzu leicht in der Säge verfangen und ein Unglück auslösen könnten. Während der Nutzung sollten Sie zusätzlich für einen sicheren Stand und eine feste Unterlage sorgen. Auch hier gilt: Stolpern und andere Missgeschicke können schmerzhaft werden.

Anwesenden Mitmenschen sei geraten: Mehrere Meter Abstand halten. Gerne technische Geräte aufmotzende Personen sollten daran denken, dass gerade Motorsägen ausschließlich im Kaufzustand – sprich unverändert – benutzt werden. Und auch Schutzabdeckungen bleiben idealerweise dort, wo sie sind.

Der vorherige Verzicht auf Alkohol und andere Drogen sowie bewusstseinstrübende Medikamente versteht sich von selbst.

Wann ist ein Sachkundenachweis für das Bedienen einer Motorsäge notwendig?

Was vorher in der Hand der Bundesländer lag, gibt seit dem 1. Januar 2016 jetzt der Bund vor: Einen Sachkundenachweis, auch als Motorsägenschein bekannt, benötigen von nun an alle, die in einem öffentlichen Wald arbeiten möchten. Auch private Nutzer einer Kettensäge sind davon nicht ausgeschlossen. Dies gilt vor allem dann, wenn die Sägearbeiten nicht im eigenen Garten stattfinden. Bereits im angrenzenden Garten des besten Freundes muss ein Sachkundenachweis vorliegen, um die Motorsäge anwerfen zu dürfen. Andernfalls – und dies ist ein wichtiger Aspekt – verweigern die Krankenkassen im Falle eines Unglücks ihre Leistungen.

Festhalten lässt sich hinsichtlich eines Motorsägenscheins im Großen und Ganzen, dass am besten jeder, der sein Holz nicht kaufen, sondern selbst machen will, einen entsprechenden Kurs zum Erwerb des Sachkundenachweises besucht. Denn der Gang in den nächsten öffentlichen Wald inklusive Nutzung einer Motorsäge zur Beschaffung von Brennholz für den Schwedenofen findet vielleicht schneller statt, als Sie denken.

Und auch die offiziellen Zahlen der Krankenkassen Nordrhein-Westfalens aus dem Jahr 2012 verdeutlichen, dass jeder den sicheren Umgang mit einer Motorsäge lernen sollte. Denn die 17 Todesfälle bei mehr als 300 Unglücken allein in besagtem Bundesland hätten mit mehr sachkundigen Anwendern möglicherweise verringert werden können.

Wo kann man den Umgang mit einer Motorsäge lernen?

Wer einen Sachkundenachweis haben möchte, der wendet sich am besten an das Kuratorium für Waldarbeit und Forsttechnik e. V. – kurz kwf. Nur bei Kursen mit diesem Gütesiegel dürfen Sie sich sicher sein, dass jene bundesweit anerkannt werden. Interessenten können die Kurse bei Betrieben oder auch Privatpersonen machen, die durch das kwf anerkannt worden sind.

Per einfacher Suche finden Sie die aktuell angebotenen Veranstaltungen in Ihrer Nähe mit den nötigen Informationen. Gültig ist die Anerkennung des Anbieters 3 Jahre, so dass sie im Anschluss erneuert werden muss.

Inhaltlich geht es in diesen Kursen neben der Präsentation der eigenen Fertigkeiten mit der Kettensäge unter anderem um die Vermittlung theoretischen Wissens wie Pflege- und Ketten-schärfen-Kenntnisse sowie die gängigen Unfallverhütungsvorschriften. Der Umfang ist allerdings noch größer, wenn zum Beispiel Feuerwehrleute einen Kurs besuchen. Ähnlich verhält es sich mit gewerblichen Nutzern einer Motorsäge – unabhängig von ihrem Antrieb (Benzin oder Elektro mit Kabel).