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Verbrennungsverbot – ist bei Ihnen auch der Ofen aus?

Was sind Verbrennungsverbote

Sie planen die Anschaffung eines neuen Kamin- oder Pelletofens und haben sich jetzt für ein passendes Modell entschieden? Das würde uns sehr freuen! Wenn es da nicht immer häufiger das Problem mit dem Verbrennungsverboten gäbe, dass bereits in vielen Gemeinden und Kommunen Anwendung findet. Sie fragen sich jetzt: „Verbrennungsverbot? Was ist das?“ Wir geben Ihnen hier die passenden Antworten auf Ihre Frage!

In Deutschland kann sich eine Kommune dazu entscheiden, den Wärmemarkt mit einem Verbrennungsverbot zu beeinflussen. Dies kann z.B. dann der Fall sein, wenn es in der Gemeinde ein Kurgebiet gibt, das sich durch seine besonders reine Luft auszeichnet. Dann kann die Kommune beschließen, dass die Verbrennung bestimmter Brennstoffe nicht gestattet wird.
Fünf Möglichkeiten, wo Verbrennungsverbote ausgesprochen werden können:

 

1. Bebauungspläne
In einem Bebauungsplan kann eine Kommune auf der Grundlage des Baugesetzbuches nur bestimmte Brennstoffe zulassen bzw. die Verwendung von Brennstoffen allgemein einschränken. Übrig bleibt dann nur noch eine bestimmte Energieart, die dann fast ausschließlich über einen kommunalen Versorger abgedeckt wird. Dies wäre z.B. bei Fernwärme der Fall.

 

2. Brennstoffverordnungen

In jedem Bundesland, wo ein Immissionsschutzgesetz Anwendung findet (aktuell sind das: Bayern, Berlin und Brandenburg), können Regelungen innerhalb der Gemeinden getroffen werden, die zusätzlich Grenzwerte bei Emissionen verschärfen oder sogar die Verwendung von bestimmten Feuerungsanlagen verbieten.

3. Luftreinhaltepläne
Ein Luftreinhalteplan geht auf das Bundesimmissionsschutzgesetz zurück und beinhaltet, dass die zuständigen Behörden damit Verunreinigungen der Luft vermindern sollen. Diese Reinhaltepläne erfordern wiederum Maßnahmen durch die Behörden, die sich bei Ihnen als Kaminofenbesitzer dadurch bemerkbar machen, dass Bebauungspläne aufgrund des Luftreinhalteplans Ihrer zuständigen Behörde mit einem Verbrennungsverbot belegt werden, dass Anschluss- oder Benutzungszwänge fixiert werden oder dass grundsätzlich die Verwendung bestimmter Festbrennstoffe eingeschränkt oder sogar verboten wird.

4. Satzungen
Jede Gemeinde oder Kommune hat gemäß Ihrer Ordnung das Recht, den Energieverbraucher per Satzung dazu zu verpflichten, eine bestimmte Energieform zu beziehen. Man spricht dabei auch von Anschluss- oder Benutzungszwang. So kann sich das Verbrennungsverbot indirekt in einer Satzung verstecken.

 

Die Gemeinde kann z.B. begründen, dass es klimaschonender sei, wenn die Einwohner Fernwärme beziehen, anstatt mit einem Kaminofen zu heizen.

5. Kaufverträge von Gründstücken
In den Kaufverträgen, die beim Grundstückskauf zwischen einer Kommune oder einer Gemeinde und dem neuen Besitzer geschlossen werden, kann ebenfalls die Verwendung von bestimmten Energieformen festgelegt werden. Die Vereinbarung, die im Kaufvertrag getroffen wird, lässt die Gemeinde rechtsverbindlich ins Grundbuch eintragen.

 

Dadurch kann einem Grundstücksbesitzer z.B. verwehrt werden, einen Kaminofen im Haus einzubauen. Sie sehen, ein Verbrennungsverbot kann in vielfacher Form auftreten.

Was verhindert das Verbrennungsverbot?

Freiheit und Abhängigkeit
Ein kommunales Verbrennungsverbot verhindert, dass Sie die Wahlfreiheit bei Ihrer Energieversorgung haben. Gleichzeitig werden Sie dadurch von bestimmten Energieversorgern abhängiger. Damit einher geht die Kostenabhängigkeit, denn Sie können sich z.B. nicht für den günstigsten Anbieter entscheiden.

Weniger Flexibilität
Durch Verbrennungsverbote lassen sich Ihre Energieformen nicht problemlos mit erneuerbaren Energien kombinieren. Während z.B. ein Kaminofen perfekt auf ein Solarpanel abgestimmt werden kann, ist die Kombination mit einer Fernwärmeanlage weitaus ineffizienter.

Weniger Wohnkomfort
Jeder Mensch hat ein Recht, individuell seinem Bedürfnis nach Wohnkomfort zu handeln. Wer z. B. das gemütliche Kaminfeuer schätzt, wird durch ein Verbrennungsverbot an seinem individuellen Wohlbefinden gehindert.

Es gibt natürlich auch Alternativen zum Verbrennungsverbot, die Sie z.B. hier finden können.
Wenn Sie weitere Fragen zum Verbrennungsverbot haben, können Sie uns gerne kontaktieren! Wir freuen uns auch wie immer über Kommentare!

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3 Kommentare

  1. Regina

    Kamine und Kaminöfen verursachen, laut Umweltbundesamt, mehr Feinstaub, als der gesamte Straßenverkehr zusammen. Das ist Fakt!
    Aber es ist nicht nur der Feinstaub. Auch andere krebserregende Stoffe, wie Dioxine und Stickoxide etc., werden mit den Ofenabgasen in die Luft geblasen. Und wir alle müssen es einatmen. Nicht ohne Grund sind chronische Atemwegserkrankungen auf dem Vormarsch. Auch bei Kindern!!
    Auf Helgoland wurde das Heizen mit Holz schon einmal verboten. Natürlich zur Luftreinhaltung. Daraufhin gab es ein Bürgerbegehren. Die Holzheizer fühlten sich in Ihrer persönlichen Freiheit eingeschränkt. Es gab bei der Bürgerabstimmung eine knappe Mehrheit für das Heizen mit Holz. Leider!!!
    Was ist denn mit der persönlichen Freiheit der Menschen, die keine Ofenabgase einatmen wollen? Zählt diese nicht?
    Aber wenn es an die eigene Komfortzone geht, dann ist es vorbei mit der Rücksichtnahme auf die Mitmenschen. Hauptsache der Hintern ist schön warm.
    Übrigens sollen in Deutschland ca. 3000 Menschen pro Jahr allein durch die Abgase von Kaminen und Kaminöfen sterben (Aktuelle Stunde WDR). Das ist in 10 Jahren eine Kleinstadt!!!
    Da immer mehr Menschen mit Holz heizen, weil es ja sooo chic ist und sooo gemütlich, wird auch dieser wertvolle Rohstoff langsam knapp. In Osteuropa wird mittlerweile schon illegal Holz geschlagen, weil man hier in Deutschland damit gutes Geld verdienen kann. Vom eh schon geschundenen Ökosystem ganz zu schweigen.
    Es ist immer öfter von Diesel-Fahrverboten die Rede. Wir sollen uns, nach Wunsch der Politiker, möglichst alle Elektroautos zulegen. Und die Luft wird immer mehr durch das Heizen mit Holz verpestet. Wie paradox ist das denn?
    Das Heizen mit Holz hat in unserer Zeit absolut nichts mehr zu suchen. Das Mittelalter ist vorbei!!! Wir haben alle moderne Heizungsanlagen. Und wer neu baut, sollte mit Erdwärme heizen, aber ganz sicher nicht mit Holz!
    Noch eine Info:
    Die Abgase von Kaminöfen werden, genauso wie bei Dieselautos, unter Laborbedingungen getestet. Auch hier alles Lug und Trug und geschönte Werte. Und jeder, der einen Kaminofen betreibt, verpestet nicht nur seinen Mitmenschen die Atemluft, sondern sich selbst auch die eigene Raumluft mit krebeserregenden Stoffen.
    Fazit: Das Heizen mit Holz gehört generell verboten. Und über kurz oder lang wird es auch so kommen. Es wird höchste Zeit!

  2. Robby Stude Artikelautor

     
    Sehr geehrte Frau Waltrop,
     
    vielen Dank für den Kommentar.
     
    Außer zu dem letzten Absatz erzeugt Ihre Meinung absolutes Kopfschütteln. Aber auch dieser ist von nicht sehr viel Überlegung und Recherche Ihrerseits geprägt. Es ist mir nicht klar wie Sie Ihre Meinung bilden aber Sie sollten wenigstens zur Kenntnis nehmen, dass es überhaupt nicht möglich ist ein Holzfeuer immer gleich zu messen. Dazu haben wir ebenfalls mehrfach Artikel veröffentlicht. Nun von Lug und Trug zu sprechen, ist ziemlich an den Haaren herbei gezogen. Man mag es nicht schön finden (der Meinung kann man sich anschließen), dass die EU in Ihrer Regulierungswut auch noch versucht den Abbrand aus 53 Faktoren in eine einzige Formel zu gießen. Es ist aber die Realität.
     
    Elektroautos als Argumentation heranzuziehen, ist sehr merkwürdig. Haben Sie sich einmal ernsthaft mit diesem Thema auseinander gesetzt? Rein rhetorische Frage. Kann nämlich nicht sein. Dann wüssten Sie, dass es aktuell nichts umweltschädlicheres als eine Elektroauto gibt (Thema Batterie, Silizium Gewinnung).
     
    Thema Diesel Fahrverbote: Ist Ihnen vielleicht mal in den Sinn gekommen, dass zu hinterfragen was man Ihnen vorsetzt? Die Aussteller auf der letzten Detroit Motorshow haben mehrheitlich Diesel Fahrzeuge vorgestellt – amerikanische Dieselfahrzeuge! Könnte es vielleicht einen wirtschaftlichen Zusammenhang zwischen der Torpedierung des führenden Diesel PkW Nation und der die es werden will geben?
     
    Zu guter letzt das liebe Klima und die Luftreinhaltung. Ist Ihnen bekannt wie die Feinstaubwerte sich zusammen setzen und wie sie ermittelt werden? Was Feinstaub überhaupt ist? Ebenfalls rhetorische Frage – Sie glauben wahrscheinlich auch an den Mensch gemachten Klimawandel obwohl sich über 12000 Wissenschaftler immer wieder händeringend an die Politik wenden um zu erklären, dass es keine Evidenz gibt.
     
    Mein Tipp: Einfach mal selber recherchieren und sich nicht die Meinung bilden lassen. Sie dürfen nämlich davon ausgehen, dass das was Sie vorgesetzt bekommen stets Interessen Dritter dienlich ist. Ich kann als Journalist ein Lied davon singen was sie schreiben dürfen und was nicht.

  3. Regina

    Lieber Herr Robby Stude,

    nichts anderes habe ich von Ihnen als Reaktion erwartet. Es wäre ja auch vollkommen abwegig, wenn ausgerechnet Sie nur annähernd meiner Meinung wären. Mir geht es einzig und allein um meine, sowie um die Gesundheit meiner Mitmenschen. Und Sie wollen ja wohl nicht ernsthaft behaupten, dass es gesund ist, Abgase aus der Holzverbrennung einzuatmen!?

    Ich weiß, wovon ich rede, da ich neun Monate im Jahr täglich!!, über 12 Stunden, die Ofenabgase meiner Nachbarn einatmen muss. Und das ist keine frische Bergluft mit Rosenduft, die da in unser Haus zieht.

    Sie sagen, Zitat: „Jeder Mensch hat ein Recht, individuell seinem Bedürfnis nach Wohnkomfort zu handeln. Wer z. B. das gemütliche Kaminfeuer schätzt, wird durch ein Verbrennungsverbot an seinem individuellen Wohlbefinden gehindert.“

    Was ist mit meinem Wohnkomfort und meinem individuellen Wohlbefinden? Während die Holzheizer vor ihrem Ofen sitzen, muss ich die krebserregenden Ofenabgase einatmen. Für mich ist das Nötigung und Körperverletzung!!

    Reden Sie nur weiterhin sich, und allen anderen Holzheizern, alles, was mit der Holzverbrennung zu tun hat, schön und ignorieren einfach, dass z.B. Asthmatiker, sowie Menschen mit anderen chronischen Atemwegserkrankungen, Höllenqualen leiden, wenn sie Ofenabgase einatmen – müssen!! Und warum müssen sie es? Weil mittlerweile ca.30% der Deutschen es sich nicht nehmen lassen wollen mit Holz zu heizen. Nur der Behaglichkeit wegen.

    Für alle Menschen ist die Luft zum Atmen lebensnotwendig. Das Heizen mit Holz ist es nicht!!

    Und zum Schluss noch ein Wort zu Ihrer herablassenden Art, mich belehren zu wollen. Ich bin kein Dummchen vom Lande. Ich bin Dozentin für Arzneimittellehre und arbeite zusätzlich in einer Apotheke. Dort habe ich jeden Tag Menschen vor mir, die durch die immer schlechter werdende Luftqualität kaum noch atmen können und mit entsprechenden Medikamenten dauerhaft behandelt werden müssen. Auch Kinder!! Praktischer kann man die negativen Auswirkungen des Heizens mit Holz wohl kaum erfahren.

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