{"id":3339,"date":"2017-08-03T16:15:01","date_gmt":"2017-08-03T14:15:01","guid":{"rendered":"https:\/\/www.schornsteinmarkt.de\/rauchzeichen\/?p=3339"},"modified":"2017-08-26T23:30:30","modified_gmt":"2017-08-26T21:30:30","slug":"im-fokus-wer-braucht-harks-feinstaubfilter","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.cafiro.de\/rauchzeichen\/im-fokus-wer-braucht-harks-feinstaubfilter\/","title":{"rendered":"<b>Im Fokus<\/b> &#8211; Wer braucht Hark&#8217;s Feinstaubfilter?"},"content":{"rendered":"<img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft wp-image-1865 size-full linkmaske\" title=\"Hark Feinstaubfilter in der Kritik\" src=\"\/rauchzeichen\/wp-content\/uploads\/2017\/08\/hark.jpg\" alt=\"Feinstaubfilter von Hark\" width=\"702\" height=\"361\" data-id=\"post-link-3339\" \/>\n<p>Seit dem Inkrafttreten der 1. Bundesimmissionsschutzverordnung (BImSchV), Stufe I m\u00fcssen Kamin\u00f6fen im Hinblick auf ihre Abgasemissionen bestimmte Grenzwerte einhalten. Als sogenannte &#8222;Innovation&#8220; baut die Firma Hark seitdem Feinstaubfilter in viele ihrer Ofenmodelle ein. Wir erkl\u00e4ren, warum diese Filter \u00fcberfl\u00fcssig sind und lediglich als Umsatztreiber f\u00fcr den Produzenten dienen.<\/p>\n<p><!--more--><\/p>\n<h2>Wer ist die Firma Hark?<\/h2>\n<p>Die Hark GmbH &amp; Co. KG wurde am 14. April 1971 in Duisburg-Rheinhausen durch Werner Hark gegr\u00fcndet, der das Familienunternehmen bis heute f\u00fchrt. Der Gesch\u00e4ftszweck der Neugr\u00fcndung bestand in der Herstellung und im Verkauf von Kamin\u00f6fen und Kachel\u00f6fen. Elektrokachel\u00f6fen &#8211; urspr\u00fcnglich ein zentrales Produkt der neuen Firma &#8211; verloren bereits in den 1970er Jahren an Bedeutung.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Seinen gesch\u00e4ftlichen Erfolg verdankt das Unternehmen vor allem dem wachsenden Markt f\u00fcr Kamin\u00f6fen und der Renaissance des Brennstoffs Holz. Die Firma Hark produziert den gr\u00f6\u00dften Teil der Komponenten und auch die Kacheln f\u00fcr die \u00d6fen selbst. Zur Marmorherstellung betreibt sie ein eigenes Werk in Spanien. Bei den Hark-Produkten handelt es sich um Qualit\u00e4tskamine, die in der Regel mehrere Tausend Euro kosten und in unabh\u00e4ngigen Produkttests &#8211; darunter einer Studie der Stiftung Warentest aus dem Jahr 2011 &#8211; auch mit ausgezeichneten Noten punkten konnten.<\/p>\n<h2>Die Sache mit den Feinstaubfiltern aus dem Hause Hark<\/h2>\n<p>Im Vorfeld der umfassenden Novellierung der 1. BImSchV brachte die Firma Hark im Jahr 2008 ihre ECOplus-Feinstaubfilter auf den Markt. Entwickelt wurden die Filter nach Angaben des Herstellers in enger Zusammenarbeit mit den Fraunhofer-Instituten Dresden und Stuttgart. Parallel dazu \u00fcberarbeitete die Firma Hark auch die Feuerr\u00e4ume und Feuerraumauskleidungen der Kamine.<br \/>\nDas Unternehmen reklamiert f\u00fcr sich, dass die Feinstaubfilter nicht nur die Schadstoffemissionen der Hark-Kamin\u00f6fen auf ein Mindestma\u00df und einen Wert unterhalb der gesetzlichen Vorgaben der BImSchV reduzieren, sondern gegen\u00fcber &#8222;konventionellen Kaminen&#8220; auch den Wirkungsgrad der \u00d6fen deutlich steigern.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Auf ihrer Unternehmenswebseite bescheinigt die Firma Hark den Filtern hervorragende Selbstreinigungsf\u00e4higkeiten und lange Lebensdauer. In die Hark-Kamin\u00f6fen werden sie bis heute regelm\u00e4\u00dfig\u00a0eingebaut.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Das Unternehmen gibt in seiner Produktbeschreibung ausdr\u00fccklich an, dass diese die Vorgaben der 1. BImSchV, Stufe II erf\u00fcllen und sich auch zur Nachr\u00fcstung offener Kamine eignen &#8211; was aus der Sicht von Ofenexperten aus technischer Aspekten allerdings problematisch ist.<\/p>\n<h2>Was Kunden zu Harks Feinstaubfiltern sagen<\/h2>\n<p>Im Internet ist nachzulesen, welche Erfahrungen Kunden mit den Hark-Feinstaubfiltern machen &#8211; der Hersteller bekommt hier alles andere als Lob. Im Vordergrund stehen hier allerdings nicht die Feinstaubemissionen oder der Wirkungsgrad der \u00d6fen, sondern die Haltbarkeit der Filter.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Auf Verbraucherschutzportalen berichten die Verwender, dass die angeblich langlebigen Filter &#8211; wenn \u00fcberhaupt &#8211; nur eine Heizperiode \u00fcberstehen. F\u00fcr den Ersatzfilter werden jeweils um die 50 Euro f\u00e4llig. Auch die sonstige Ofentechnik &#8211; beispielsweise die Schieber f\u00fcr die Abluft und die Zugluftautomatik &#8211; sowie der Umgang der Firma Hark mit Reklamationen lassen den Kundenaussagen zufolge oft zu w\u00fcnschen \u00fcbrig.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Aus unserer Sicht steht allerdings nicht nur die Produktqualit\u00e4t der Hark-Feinstaubfilter, sondern ihre grunds\u00e4tzliche Notwendigkeit zur Debatte.<\/p>\n<h2>Vorgaben der 1. BImSchV, Stufe I f\u00fcr \u00e4ltere Feuerst\u00e4tten<\/h2>\n<p>Die 1. BImSchV regelt die Grenzwerte der Abgasemissionen f\u00fcr kleine und mittlere Feuerst\u00e4tten, die vorwiegend im h\u00e4uslichen Bereich zum Einsatz kommen.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Die novellierte 1. BImSchV, Stufe I trat am 22. M\u00e4rz 2010 in Kraft. Sie schreibt vor, dass die Schadstoffemissionen \u00e4lterer Feuerst\u00e4tten die Grenzwerte von 150 mg\/m3 f\u00fcr Feinstaub und 4 g\/m3 f\u00fcr Kohlenmonoxid nicht \u00fcberschreiten d\u00fcrfen, anderenfalls m\u00fcssen die \u00d6fen stillgelegt oder mit einem Staubabscheider ausger\u00fcstet werden. Hierf\u00fcr existieren \u00dcbergangsfristen, die sich nach dem Alter der \u00d6fen richten:<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<ul>\n<li>bis zum 31. Dezember 1974 installierte Kamin\u00f6fen und andere Feuerungsanlagen mussten bis zum Jahresende 2014 nachger\u00fcstet oder au\u00dfer Betrieb genommen werden.<\/li>\n<li>f\u00fcr Anlagen, die zwischen 1975 und 1984 respektive zwischen 1985 und 1994 in Betrieb genommen wurden, laufen die \u00dcbergangsfristen bis zur Nachr\u00fcstung oder Stilllegung bis zum 31. Dezember 2017 bzw. 2020.<\/li>\n<li>f\u00fcr zwischen 1994 und dem Inkrafttreten der 1. BImSchV errichtete Feuerst\u00e4tten l\u00e4uft die \u00dcbergangsfrist zum Jahresende 2024 aus.<\/li>\n<li>\u00e4ltere, vor 1950 errichtete \u00d6fen, historische Kamine sowie Kachel- und Kamin\u00f6fen, die als ausschlie\u00dfliche W\u00e4rmequellen eines Hauses dienen, sind von den Vorgaben der 1. BImSchV ausgenommen.<\/li>\n<\/ul>\n<h2>Vorgaben f\u00fcr neue \u00d6fen nach der 1. BImSchV, Stufe I und II<\/h2>\n<p>F\u00fcr neue, nach dem 21. M\u00e4rz 2010 in Betrieb genommene \u00d6fen galten laut der 1. BImSchV, Stufe I strengere Regelungen als f\u00fcr die Altanlagen. Die Abgase neuer \u00d6fen durften nach diesem Stichtag lediglich 75 mg\/m3 Feinstaub und 2 g\/m3 Kohlenmonoxid enthalten.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Diese Kamin\u00f6fen und Kachel\u00f6fen d\u00fcrfen nach heutiger Gesetzeslage zeitlich unbegrenzt betrieben werden. Ihr Wirkungsgrad muss mindestens 75 Prozent (Kamin\u00f6fen) respektive 80 Prozent (Kachel\u00f6fen) betragen.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Anfang 2015 haben sich durch die Einf\u00fchrung der 1. BImSchV, Stufe II die Emissionsgrenzen f\u00fcr neue Kamin\u00f6fen und Kachel\u00f6fen noch einmal versch\u00e4rft. Bei unver\u00e4ndertem Wirkungsgrad darf ihr Schadstoffaussto\u00df nun die Grenzen von 40 mg\/m3 Feinstaub und 1,25 mg\/m3 Kohlenmonoxid nicht mehr \u00fcberschreiten. Der vorgeschriebene Mindestwirkungsgrad blieb unver\u00e4ndert.<\/p>\n<h2>Neue Kamin\u00f6fen brauchen keine Feinstaubfilter<\/h2>\n<p>Vorausgesetzt werden kann, dass sich die Firma Hark mit der Entwicklung ihrer Feinstaubfilter auf das Inkrafttreten der 1. BImSchV, Stufe I vorbereitet hat. Angesichts der realen Gesetzeslage sind Feinstaubfilter in neuen \u00d6fen jedoch v\u00f6llig \u00fcberfl\u00fcssig. Neue Kamin\u00f6fen m\u00fcssen zwingend die Vorgaben der 1. BImSchV, Stufe I bzw. II erf\u00fcllen.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Die Praxis zeigt, dass hochwertige \u00d6fen daf\u00fcr keine separaten Feinstaubfilter brauchen. Die meisten Kamin\u00f6fen, die ab 2010 bzw. ab 2015 in den Handel kamen, erf\u00fcllen die gesetzlichen Normen auch ohne dieses Zubeh\u00f6r, dass die Firma Hark f\u00fcr unverzichtbar h\u00e4lt.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Kamin\u00f6fen skandinavischer Hersteller m\u00fcssen h\u00e4ufig deutlich striktere Emissionsvorgaben erf\u00fcllen als die deutschen Regelungen &#8211; auch sie kommen jedoch ohne Feinstaubfilter aus.<\/p>\n<p>Gesetzlich vorgeschrieben ist der Einbau von Feinstaubfiltern auf keinen Fall: Der Gesetzgeber stellt nicht auf das Vorhandensein von Filtern, sondern darauf ab, dass der Ofen die Vorgaben der 1. BImSchV erf\u00fcllt.<\/p>\n<h2>Wie sinnvoll sind Feinstaubfilter in \u00e4lteren \u00d6fen?<\/h2>\n<p>Das Gleiche gilt f\u00fcr \u00e4ltere \u00d6fen, f\u00fcr die ebenfalls keine gesetzliche Pflicht zur Nachr\u00fcstung mit Feinstaubfiltern besteht &#8211; auch hier kommt es darauf an, ob der Ofen die vorgeschriebenen Grenzwerte erf\u00fcllt oder nicht.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Derzeit entsprechen bis auf eine vergleichsweise geringe Anzahl \u00e4lterer \u00d6fen, deren \u00dcbergangsfrist f\u00fcr die Nachr\u00fcstung oder Stilllegung Ende 2017 oder 2020 ausl\u00e4uft, derzeit alle Kamin\u00f6fen und Kachel\u00f6fen den Vorgaben der 1. BImSchV. Daran wird sich mindestens bis zum 31. Dezember 2024 auch nichts \u00e4ndern.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Zudem gehen die weitaus meisten Ofenexperten davon aus, dass der nachtr\u00e4gliche Einbau von Filtertechnik nur in den seltensten F\u00e4llen sinnvoll ist. Bei den \u00d6fen, die der Nachr\u00fcst- oder Stilllegungspflicht unterliegen, handelt es sich fast immer um vergleichsweise g\u00fcnstige Massenware, deren Aufr\u00fcstung sich f\u00fcr Hausbesitzer nicht wirklich rechnet.<\/p>\n<h3>Fazit: Harks Feinstaubfilter sind \u00fcberfl\u00fcssig<\/h3>\n<p>Harks Feinstaubfilter bringen \u00a0keinen Nutzen: In neuen \u00d6fen sind sie \u00fcberfl\u00fcssig &#8211; moderne Ofentechnologien sollten in der Lage sein, die aktuellen Emissionsvorgaben und einen hohen Wirkungsgrad auch ohne diese Filter zu garantieren. Die absolute Mehrheit der \u00e4lteren Kamin\u00f6fen und Kachel\u00f6fen erf\u00fcllt mindestens bis Ende 2024 die Vorgaben der 1. BImSchV und ben\u00f6tigt folglich ebenfalls keine Feinstaubfilter.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Gesetzliche Vorgaben f\u00fcr den Einbau solcher Filter existieren nicht. F\u00fcr die Firma Hark sind die Filter daher vor allem die Grundlage ihres Marketingkonzeptes &#8211; mit einem entsprechenden Aufpreis f\u00fcr die Kunden.<\/p>\n<h3>Quellen<\/h3>\n<p><a href=\"https:\/\/www.hark.de\/themenwelten\/umwelt\/was-bringt-mir-ein-ecoplus-feinstaubfilter.html\">https:\/\/www.hark.de\/themenwelten\/umwelt\/was-bringt-mir-ein-ecoplus-feinstaubfilter.html<\/a><br \/>\n<a href=\"https:\/\/www.hark.de\/themenwelten\/praxis\/kaminkassetten-einfach-nachruesten.html\">https:\/\/www.hark.de\/themenwelten\/praxis\/kaminkassetten-einfach-nachruesten.html<\/a><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/de.reclabox.com\/beschwerde\/76748-hark-47205-duisburg-feinstaub-filter-fuer-kaminofen-wieder-gebrochen\">https:\/\/de.reclabox.com\/beschwerde\/76748-hark-47205-duisburg-feinstaub-filter-fuer-kaminofen-wieder-gebrochen<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Seit dem Inkrafttreten der 1. 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