{"id":2334,"date":"2016-02-19T19:38:50","date_gmt":"2016-02-19T17:38:50","guid":{"rendered":"https:\/\/www.schornsteinmarkt.de\/rauchzeichen\/?p=2334"},"modified":"2018-11-29T20:24:45","modified_gmt":"2018-11-29T18:24:45","slug":"schluss-mit-schwarzen-flecken-kaminofen-richtig-befeuern","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.cafiro.de\/rauchzeichen\/schluss-mit-schwarzen-flecken-kaminofen-richtig-befeuern\/","title":{"rendered":"<b>Schluss mit schwarzen Flecken!<\/b> Kaminofen richtig befeuern"},"content":{"rendered":"<img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft wp-image-2296 size-full linkmaske\" title=\"Wie man ein Kaminofen richtig benutzt\" src=\"\/rauchzeichen\/wp-content\/uploads\/2016\/02\/asche.jpg\" alt=\"Kaminofen richtig befeuern\" width=\"702\" height=\"361\" data-id=\"post-link-2334\" \/>\n<p>Schwarze Flecken an Decke und W\u00e4nden: Ist mein Kaminofen defekt? Kein Angst, denn jede Feuerst\u00e4tte, die in Deutschland auf den Markt kommt, durchl\u00e4uft vor Serienfertigung eine unabh\u00e4ngige Pr\u00fcfung &#8211; auf Brandsicherheit und Umweltvertr\u00e4glichkeit. Konstruktive M\u00e4ngel sind so quasi ausgeschlossen. Auch wenn es nicht gern geh\u00f6rt wird aber es ist sehr h\u00e4ufig das eigene Heizverhalten mit falschem Nachlegen oder zu geringer Luftzugabe die f\u00fcr solche Erscheinungen verantwortlich sind. Hier kann jeder Ofenbesitzer selbst bereits eine Menge \u00e4ndern.<\/p>\n<p><!--more--><\/p>\n<h2>\u00a0Verschmutzung von W\u00e4nden &amp; Decken durch Staubbrand und Ru\u00df<\/h2>\n<p>Zeigen sich an Decken und W\u00e4nden schwarze Flecken und ist ein <a href=\"\/kaminofen\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Kaminofen<\/a> installiert ist h\u00e4ufig Staubbrand der Grund.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Das &#8222;Ph\u00e4nomen&#8220; ist eigentlich keines sondern ein ganz normaler Vorgang der am h\u00e4ufigsten bei \u00d6fen mit einer Stahloberfl\u00e4che und oberen Luftausl\u00e4ssen auftritt. Legt sich Staub auf und in die Stahloberfl\u00e4che und wird der Ofen dann erhitzt steigt ein gewisser Teil durch die Erw\u00e4rmung der Luft nach oben. Die schweren Staubpartikel verbleiben aber und schmelzen. Dadurch wird die warme Luft mit winzigen Ru\u00dfpartikeln angereichert die sich meist an den W\u00e4nden und Decken niederschlagen.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Weniger h\u00e4ufig, wenn auch nicht ausgeschlossen, ist ein Defekt des Kaminofens oder der Rohrleitung.<br \/>\nDiese sind meist von au\u00dfen sichtbar und bei bestimmungsgem\u00e4\u00dfen Gebrauch sehr selten.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Eine regelm\u00e4\u00dfige Reinigung des Feuerraums, der Ofenrohre und auch der inneren Ofenh\u00fclle, soweit erreichbar, ist die Grundlage f\u00fcr eine ru\u00dffreie Wohnung und Freude am Kamin.<\/p>\n<h2>Zu wenig Verbrennungsluft<\/h2>\n<p>Ein doch relativ h\u00e4ufig auftretender Fehler ist die Verbrennungsluftregler soweit zu schlie\u00dfen, dass nur gar keine oder nur sehr wenig Luft in den Brennraum str\u00f6men kann.<br \/>\nDie logische Folge ist ein schwelender Abbrand der so gut wie keinen Wirkungsgrad mehr hat.<\/p>\n<p>An einer hellgelben Flamme und dem Fehlen von sichtbaren Rauch erkennen Sie, dass der Abbrand zumindest \u00fcber der erforderlichen Luftmenge versorgt wird.<\/p>\n<p>Wo Holz verbrennt, oxidiert es mit dem Sauerstoff der Luft: Verbrennungsprodukte sind Kohlendioxid, W\u00e4rme und Wasserdampf. Zur vollst\u00e4ndigen Verbrennung ist eine bestimmte (Mindest-)Luftmenge n\u00f6tig. Wird diese nicht erreicht, enthalten die Abgase unverbranntes Kohlenmonoxid, Kohlenwasserstoffe und Ru\u00df &#8211; und so weniger Nutz- bzw. Verbrennungsw\u00e4rme.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Doch wann klappt die Verbrennung am besten, ist der Wirkungsgrad am h\u00f6chsten?<br \/>\nWer das Feuer richtig sch\u00fcrt, setzt weniger Schadstoffe, bei gleichzeitig h\u00f6herem Wirkungsgrad, frei.<\/p>\n<p>Der Mindestluftbedarf betr\u00e4gt ca. 4,62 m\u00b3\/(kg Holz), um eine Mindestabgasmenge zu erreichen. Das ist das Abgasvolumen, was bei vollst\u00e4ndiger Verbrennung entsteht. Real ist die Abgasmenge allerdings gr\u00f6\u00dfer, da der Luft\u00fcberschuss der Verbrennung hinzu addiert werden muss.<\/p>\n<p>Bei Holz als gasreichem Brennstoff treten die Holzgase oberhalb des Glutbettes aus: Exakt hier ist f\u00fcr ausreichend Verbrennungsluft zu sorgen, die deshalb horizontal einstr\u00f6men sollte.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>W\u00e4rme, die den Kaminofen ungenutzt durch den Schornstein verl\u00e4sst, ist ein sp\u00fcrbarer thermischer und chemischer Verlust &#8211; Abgasbestandteile, die nicht verbrennen, haben zuvor keine W\u00e4rme erzeugt. Betr\u00e4gt der thermische Verlust zu Beginn des Abbrandes ca. 10 %, ist er zum Ende mit 30 bis 50 % am h\u00f6chsten, kann aber auch dar\u00fcber liegen.<\/p>\n<p>Der chemische Verlust betr\u00e4gt zu Beginn unter 1 %, am Ende meist deutlich \u00fcber 10 Prozent &#8211; durch Luftmangel. Bei St\u00fcckholzfeuerung wird ein Wirkungsgrad von 70 Prozent als gut angesehen. Wie hoch ein Brennstoffverbrauch ist, h\u00e4ngt jedoch vom Jahresnutzungsgrad ab &#8211; das bezieht auch Bereitschafts- und Stillstandverluste der Heizungsanlage mit ein.<\/p>\n<h2>Verbrennung im Kaminofen: So l\u00e4uft sie ab<\/h2>\n<p>In der <a href=\"\/rauchzeichen\/holzabbrand-drei-phasen-und-es-wird-warm\/333\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Erw\u00e4rmungsphase<\/a> wird Wasser verdampft; die Holzst\u00fccke trocknen bis Risse wiederum die Trocknung beschleunigen. In der Entgasungsphase treten bei \u00fcber 100 \u00b0C bis um 300 \u00b0C energiereiche, brennbare Gase unterschiedlicher chemischer Zusammensetzung (Kohlenwasserstoffe) aus.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Fl\u00fcchtige Bestandteile machen hier um 80 % der Holzsubstanz aus.<\/p>\n<p>Dass diese brennen, ist an den langen, gelben Flammen erkennbar. In der Ausbrandphase, der eigentlichen Verbrennung, verbrennt die Holzkohle bei Temperaturen von 500\u00b0C bis 800\u00b0C ohne Ru\u00dfbildung &#8211; an kurzen, durchscheinenden Flammen zu erkennen. Voraussetzung f\u00fcr geringe Schadstoffemission, aber hohe Energieausbeute ist trockenes Holz mit unter 20 Prozent Restfeuchte und einem durchschnittlichen Heizwert von ca. 4,6 KWh\/kg.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Schon bei 50 Prozent Restfeuchte halbiert sich der Heizwert. Eine kurze, schnelle Anheizphase mit kleinem Anfeuerholz bringt z\u00fcgig in den Hochtemperaturbereich, wo Holzgase (Lignin) austreten und verbrennen k\u00f6nnen &#8211; ausreichende Luftzufuhr vorausgesetzt.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Es ist daher kritisch, die Luftzufuhr in der Entgasungsphase zu drosseln, da die Holzentgasung auch dort weitergeht, wo sich keine Flammen bilden (Stichwort Schwelbrand). Und wer in der Ausbrandphase die Luftzufuhr komplett drosselt, riskiert, dass sich hochgiftiges Kohlenmonoxid bildet.<\/p>\n<h2>Das richtige Holz ist ein wichtiger Faktor<\/h2>\n<p>Nicht Holzsorte und Lagerdauer allein, sondern vor allem der Lagerort entscheidet!<br \/>\nBrennholz sollte wenigstens zwei bis drei Jahre vor dem Verheizen richtig gelagert werden.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Mit einem einfachen Test k\u00f6nnen Sie ohne ein Holzfeuchtemessger\u00e4t erkennen ob ein Scheit trocken ist. Das Holzst\u00fcck auf einer Seite mit Sp\u00fclmittel bestreichen und von der Gegenseite her durchblasen. Wenn es Blasen und leiten Schaum gibt ist das Holz trocken und hat sowohl im Kern als auch Au\u00dfen weniger als 20 % Restfeuchte.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Je trockener es ist, desto h\u00f6her ist die Energieausbeute. Brennstoff mit zu hoher Restfeuchte von \u00fcber 20 % verbrennt schlecht und erzeugt viele R\u00fcckst\u00e4nde. Brenndauer und Glutvorhaltezeit h\u00e4ngen von der Dichte ab, die bei Nadelh\u00f6lzern geringer als bei Harth\u00f6lzern wie Buche, Eiche oder Birke ist. Die Dichte von Holzbriketts liegt noch dar\u00fcber &#8211; f\u00fcr ein verlangsamtes Abbrandverhalten. Dabei ist Holz ohne Heizwert entweder zu alt, zu gro\u00df, zu feucht oder ungespalten. Zudem ist Hartholz zum Anfeuern ungeeignet.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Papier, behandelte H\u00f6lzer wie schadstofflastige Spanplatten oder gar M\u00fcll haben in einer Feuerst\u00e4tte nichts verloren.<\/p>\n<h2>Kaminholz richtig lagern<\/h2>\n<p>Der Keller ist wegen seiner hohen Luftfeuchtigkeit ungeeignet. Auch undurchl\u00fcftete Garagen kommen nicht infrage, da Feuchte dort nicht abziehen kann. W\u00e4hlen Sie einen Lagerplatz auf der wetterabgewandten S\u00fcdseite des Hauses, gegen N\u00e4sse \u00fcberdacht und mit einer bel\u00fcfteten Unterlage (z. B. Paletten). Stapeln Sie im Wandabstand von 5 &#8211; 10 cm und lassen Sie zwischen Stapeln eine Handbreit Platz, damit die Luft die Holzfeuchte aufnehmen kann.<\/p>\n<p>Ein Wetterschutz aus Plastikfolie ist nicht geeignet. Die Feuchte staut sich, das Holz schimmelt.<\/p>\n<h2>Das richtige Anz\u00fcnden und Nachlegen<\/h2>\n<p>Richtiges nachlegen kann man sehr einfach zusammen fassen: Nur bei Glut, nicht bei Feuer!<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Passen Sie die Holzmenge dem W\u00e4rmebedarf an &#8211; lieber \u00f6fter kleinere Menge als zuviel auf einmal. Die Holzvergasung startet bei 85 Grad, Flammpunkt dagegen hei\u00dft, dass Gase verbrennen. Das Ziel: In kurzer Zeit hohe Temperatur im Schornstein erreichen, also schnell starten! \u00d6ffnen Sie den Luftschieber ganz und nutzen Sie kleinst\u00fcckiges Weichholz. Hartholz verh\u00e4lt sich, als wollten Sie mit dem Auto im zweiten Gang anfahren! Nutzen Sie statt Papier Bioanz\u00fcnder und schlie\u00dfen Sie die Ofent\u00fcr erst, wenn der gesamte Stapel unter Feuer steht.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Erst wenn die Holzfl\u00e4che schwarz und mit Flammenbildung \u00fcberzogen ist, gast der Brennstoff wirklich aus &#8211; und verbrennt ohne Ru\u00dfbildung. Mit Hartholz wird nachgelegt. Holz muss liegend im Glutbrett verbrennen (kein Hohlbrand), das Anz\u00fcnden erfolgt idealerweise von oben nach unten.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Statt die Sauerstoffzufuhr zu drosseln, besser die Leistung \u00fcber die Holzmenge steuern. Nachgelegt wird, wenn nur noch ein Glutbett zu sehen ist. Dabei wird die T\u00fcr des Kaminofen einen kleinen Spalt ge\u00f6ffnet und nach ein paar Sekunden komplett. Dies bewirkt einen Druckausgleich und verhindert Gegenzug in den Raum. Legen Sie nie mehr nach, als in der Bedienungsanleitung steht, denn die Bauteile schaffen nur eine bestimmte Menge, ohne zu\u00a0\u00dcberhitzen.<\/p>\n<h2>Richtig heizen = sauber heizen<\/h2>\n<p>H\u00f6ren Sie auf, schwarze Flecken und Verschmutzungen durch den Kaminofen mit Sch\u00f6nheitsreparaturen zu vertuschen, sondern beherzigen Sie ab jetzt das A und O richtigen Heizens, sprich: Machen Sie sich die Zusammenh\u00e4nge von richtig dosierter Luftzufuhr und raucharmem, maximal effektivem Betrieb zu Nutze.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Legen Sie fachm\u00e4nnisch auf &#8211; und w\u00e4hlen Sie dazu perfekt gelagertes, gut durchgetrocknetes Holz der jeweils richtigen Sorte. Kurz gesagt: Machen Sie Feuer, aber richtig!<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Schwarze Flecken an Decke und W\u00e4nden: Ist mein Kaminofen defekt? 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